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Diversifikation als Anlagestrategie

Diversifikation Portfolio Harry Markowitz diversifizieren

Was bedeutet Diversifikation?

Portfolio-Risiken minimieren

Diversifikation ist eine weit verbreitete und beliebte Anlagestrategie. Die Diversifikation ist ein Instrument zur Senkung von Rendite- und Wertschwankungen bei der Geldanlage. Zu diversifizieren bedeutet sein Vermögen auf unterschiedliche Anlagen zu streuen.

Das Ziel der Diversifikation ist die Minimierung des Risikos beim Investieren. Durch die Verteilung auf Anlagen, die nicht miteinander korrelieren, lässt sich das Gesamtrisiko eines Portfolios reduzieren. Man spricht daher auch von Risikodiversifikation.

Es gilt also:

Das Gesamtrisiko eines gesamten Portfolios ist umso geringer, je geringer die einzelnen Anlagen miteinander korrelieren.

Was bedeutet Korrelation?

Die Korrelation spielt bei der Diversifikation eine zentrale Rolle. Korrelation beschreibt den Zusammenhang zwischen zwei oder mehreren Anlagen.

Die Korrelation wird gemessen in Form des Korrelationskoeffizienten. Dieser kann zwischen +1 und -1 liegen:

  • +1 steht für eine vollständige Korrelation, also Parallelentwicklung von zwei Investitionen.
  • 0 steht für eine unabhängige Entwicklung.
  • -1 steht für eine gegenläufige Entwicklung.

Je niedriger die Korrelation zwischen zwei Anlagen ist, desto mehr sind sie für das Diversifizieren geeignet.

Arten der Diversifikation

Die Diversifikation lässt sich bei der Geldanlage auf unterschiedliche Merkmale und Eigenschaften einer Investition anwenden. Dazu gehören die Anlageklassen, die Region der Anlage, die Branche sowie die Zeit.

Anlageklassen

Eine Anlageklasse, auch Asset-Klasse genannt, ist eine Gruppe von Geldanlagen mit einem ähnlichen Rendite-Risiko-Verhältnis. Gängige Anlageklassen sind Aktien, Anleihen und Immobilien.

Bei Investitionen in eine Anlageklasse gibt es also Risiken, die durch die Anlageklasse bedingt sind. Durch Investitionen in unterschiedliche Anlageklassen lässt sich dieses Risikos wegdiversifizieren.

Man spricht bei der Aufteilung von Anlagen auf mehrere Anlageklassen auch von der Asset-Allocation.

Regionen

Eine weiters Merkmal einer Anlage ist die Region. Insbesondere bei Investitionen in Unternehmen oder Immobilien spielt das regional bedingte Risiko eine Rolle. Angefangen bei witterungsbedingten Einflüssen kann sich das regionale Risiko auch in Veränderung regionaler Marktbedingungen oder Gesetzen äußern.

Durch gezieltes diversifizieren über mehrere Regionen hinweg lässt sich dieses Risiko reduzieren.

Branchen

Die Branche ist gerade bei Investitionen in Aktien eine wichtige Eigenschaft. Unternehmen der gleichen Branche profitieren oftmals gleichermaßen von einem starken Marktwachstum. Unternehmen der gleichen Branche weisen in der Regel eine hohe Korrelation auf.

Auch bei Investitionen in Immobilien oder vergleichbaren Anlageklassen kann dies eine Rolle spielen. Beispiele hierfür sind Wohnimmobilien, Häuser, Hotels oder industrielle Bauten.

Bei der Diversifikation gilt es demnach auch das branchenbedingte Risiko zu beachten.

Anlagehorizont

Ein weiterer, oft nicht beachteter Aspekt des Diversifizierens, ist der Anlagehorizont.

Je länger der Anlagezeitraum ausfällt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, die langfristig zu erwartende Rendite der Anlage zu erreichen. Bei dieser Art der Diversifikation spricht man auch vom Buy-and-hold-Ansatz.

Der Buy-and-hold-Ansatz steht für eine eigenständige Anlagestrategie, die oftmals in Verbindung mit dem passiven Investieren in ETFs verfolgt wird.

Die Geschichte der Diversifikation

Naive Diversifikation

Das Diversifizieren seines Vermögens ist keine moderne Erscheinung. Das Wissen über die Möglichkeit der Risikominderung durch Diversifikation greift auf eine lange Tradition zurück.

Diese naive Erkenntnis der Diversifikation weist eine lange Historie auf. Dies belegen u.a. eine Reihe alter Sprichwörter und Weisheiten:

„Lege nicht alle Eier in einen Korb.“ – englisches Sprichwort

„Setze nicht alles auf eine Karte.“ – deutsches Sprichwort

„Vertraue nicht all deine Waren einem einzigen Schiff an.“ – Erasmus von Rotterdam im 16. Jahrhundert

Portfoliotheorie nach Harry M. Markowitz

Im Jahre 1959 stellte Harry M. Markowitz erstmalig das Portfolio-Selection-Modell vor. Im Unterschied zur naiven Diversifikation wird bei der Portfoliotheorie die Diversifikation mithilfe der Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik untersucht.

Markowitz zeigt mit seinem Modell auf wissenschaftliche Weise, was in durch die naive Diversifikation bereits eine verbreitete Erkenntnis ist:

Eine Investition in mehrere Anlagen senkt das Risiko bei gleichbleibender Rendite.

Ausgangspunkt der Theorie von Markowitz sind u.a. die folgenden Annahmen:

  • Die Märkte sind informationseffizient, sodass alle Marktteilnehmer die gleichen Informationen besitzen
  • Jeder Investor handelt rational
  • Es existieren keine Steuern und Transaktionskosten

Kritik an der Portfoliotheorie

Ein prominenter Gegner der Portfoliotheorie ist Warren Buffett. In seinem Aufsatz “The Superinvestors of Graham-and-Doddsville” aus den 80er Jahren äußert er sich kritisch gegenüber der Theorie von Markowitz. Seit dem betont er stets die Vorteile von Konzentration statt Diversifikation.

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